Steinmetz 4.0 – Berliner KMU revolutioniert Arbeitsprozesse

Die erste Hürde schien genommen, als sich das Berliner Unternehmen KleRo gemeinsam mit seinen Partnern gegen eine starke Konkurrenz durchsetzte und die Zusage für eine hart umkämpfte EU-Förderung erhielt. Doch die Koordination des geförderten Projekts war anspruchsvoller als zunächst gedacht. Das Enterprise Europe Network, das weltweit größte Servicenetzwerk, das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) grenzüberschreitende Unterstützung bietet, lieferte das nötige Know-how und half dem Team, das Projekt erfolgreich umzusetzen.

Roboterbasierte Technologien faszinierten Holger Klempnow schon früh. Darum absolvierte er eine Ausbildung zum Mechaniker, studierte Konstruktion und Werkzeugmaschinenbau und gründete 2005 sein eigenes Unternehmen: KleRo GmbH Roboterautomation. Aus anfangs vier Angestellten sind mittlerweile 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geworden, die an zwei Standorten in Berlin und Brandenburg arbeiten. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Arbeitsprozesse in der Industrie mithilfe von Robotertechnik zu automatisieren. „Wir stellen außerdem Event-Robotik für Theater, Ausstellungen, Messen oder Kongresse zur Verfügung“, erzählt Klempnow. Seine Firma vergrößert sich stetig – durch neue Angestellte und neue Aufgabenfelder. Noch in diesem Jahr wird ein neues Bürogebäude mit etwa 1.300 Quadratmetern Nutzfläche am Hauptsitz im Berliner Bezirk Lichtenberg eröffnet.

EU-Förderung bringt Erfolge und Herausforderungen
Ein maßgebliches Ziel von KleRo ist es, die Interaktion von Mensch und Maschine in der Industrie neu zu gestalten. Davon angetrieben, bewarb sich das Unternehmen gemeinsam mit sieben weiteren Partnern aus fünf Ländern für ein EU-Förderprogramm, das KMU bei der Entwicklung von technischen Innovationen unterstützt. Der Schwerpunkt ihres Projekts AROSU („Artistic Robotic Surface Processing for Stone“) war es, eine neuartige Roboterzelle zu entwickeln und zu implementieren, die in der Lage ist, Steinoberflächen zu bearbeiten und so die Produktivität im Steinmetzhandwerk zu steigern.

Zur großen Freude aller Beteiligten erhielt AROSU den Zuschlag. KleRo übernahm die Projektkoordination und war somit dafür verantwortlich, den Projektfortschritt und das Berichtswesen zu überwachen und die Kommunikation mit der EU-Kommission zu führen. Hinzu kamen die allgemeine Prozessanalyse, die Weiterentwicklung der Projektergebnisse und andere Tätigkeiten. Doch der administrative Aufwand war für das noch unerfahrene Team größer als erwartet. Holger Klempnow und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter merkten schnell, dass sie Unterstützung benötigten, um das Projekt effizient durchzuführen.

„EU-Projekte sind eine gute Möglichkeit, mit internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, von ihrer Innovationskraft zu profitieren, die eigenen Innovationen weiterzuentwickeln und dann international zu vermarkten“, erklärt der Unternehmer. „Sie können administrativ jedoch auch sehr aufwändig sein und ein Unternehmen schnell überfordern.“ Über Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Berlin und Trägerorganisation des Enterprise Europe Network in Berlin-Brandenburg, mit der KleRo seit 2010 zusammenarbeitet, erfuhr er von dem Netzwerk. Die weitreichenden Kontakte und langjährige Erfahrung der Organisation halfen dabei, das Projekt mit Erfolg umzusetzen.

Optimale Resultate dank Enterprise Europe Network
„Wir haben KleRo vor allem bei der Bewältigung der administrativen Herausforderungen unterstützt“, berichtet Wolfgang Treinen, Berater und Projektmanager bei Berlin Partner. Treinen stand dem Team während der gesamten Durchführung des Projekts zur Seite und beriet es auch im Hinblick auf die internationale Nutzung und Vermarktung der Projektergebnisse. Er gab strategische Tipps zur Kommunikation mit der EU-Kommission und unterstützte bei Fragen zur Abrechnung. „Darüber hinaus haben wir auch sehr hilfreiche Hinweise dazu bekommen, worauf bei einer finalen Projektevaluierung zu achten ist“, ergänzt Holger Klempnow.

2016 konnte AROSU mit vielversprechenden Resultaten abgeschlossen werden. Klempnow und sein Team sind mehr als zufrieden: „Wir würden das Enterprise Europe Network auf jeden Fall weiterempfehlen. Die Zusammenarbeit und Unterstützung ist pragmatisch und hilfreich – gerade in einem so komplexen Themengebiet.“

Für die Zukunft von KleRo gibt es bereits diverse neue Pläne – unter anderem wird an der stärkeren Präsenz im Bereich der kollaborierenden Robotik gearbeitet. Dabei wird auch weiterhin auf das Know-how des Netzwerks gesetzt: „Durch Kontakte zu internationalen Forschungseinrichtungen und Industriepartnern können sich immer wieder neue Impulse und Entwicklungen ergeben. Es ist gut zu wissen, dass wir dabei auf das umfassende Netzwerk des Enterprise Europe Network zurückgreifen können“, bekräftigt Holger Klempnow. Auch Wolfgang Treinen zeigt sich optimistisch, was die zukünftige Zusammenarbeit angeht: „KleRo hat mit seinen innovativen Produkten und einer gesunden Unternehmensstruktur Potenzial zur erfolgreichen Beteiligung an weiteren anspruchsvollen EU-Programmen. Es ist ein typisches mittelständisches Unternehmen, das sich dem stärker werdenden Innovationsdruck erfolgreich stellt. Wir werden es sicher weiter begleiten.“